Halli-Hallo!
Immer mal wieder schaue ich bei vorablesen vorbei, einer Aktion vom Ullstein-Verlag, bei der man die Möglichkeit hat, in ein paar Leseproben kommender Bücher reinzulesen. Hinterlässt man dann noch seinen persönlichen Leseeindruck, hat man die Chance, das Buch vielleicht als Rezensionsexemplar zu bekommen.
Vor ein paar Wochen schnupperte ich in die Bücher “ Im dunklen dunklen Wald“ von Ruth Ware und „Zärtlich “ von Belinda McKeon hinein. Die Leseprobe zu „IddW“ fand ich richtig gut, „Zärtlich“ dagegen hatte mich mit fehlenden Absätzen und einem etwas irritierenden Anfang zunächst verschreckt.
Da war ich dann etwas niedergeschlagen, als es dann tatsächlich „Zärtlich“ von Belinda McKeon wurde… Oh oh, bloß schnell „hinter mich bringen“, dachte ich mir.

Titel: Zärtlich
Originaltitel: Tender
Autorin: Belinda McKeon
ins Deutsche übersetzt von Eva Bonné
ca. 440 Seiten
Genre: Belletristik
erschienen als Gebundene Ausgabe und als eBook im Ullstein-Verlag
Handlung
Auszug aus dem Klappentext
Als Catherine und James sich kennenlernen, ist es Seelenverwandtschaft von Anfang an. Beide sind sie aus der irischen Provinz in die aufregende und liberale Stadt Dublin gekommen, Catherine als Studentin der Literaturwissenschaft, James, um Fotograf zu werden, und beide stürzen sich mit derselben Neugier und Leidenschaft ins Leben. Doch während Catherine in ihrer neuen Umgebung aufblüht, ist es für James selbst im vermeintlich offenen Klima der Großstadt unmöglich, zu seiner Homosexualität zu stehen. Sein Geheimnis schweißt die beiden noch enger zusammen, aber dann verliebt sich Catherine in James, auch wenn sie ahnt, dass ihre Liebe aussichtslos ist.
Belinda McKeon…
…wuchs im ländlichen Irland auf, studierte Englische Literatur und Philosophie am Trinity College in Dublin und lebt heute in New York. Ihre Essays und Reportagen erschienen u.a. in der Paris Review, der New York Times und dem Guardian, sie schreibt außerdem fürs Theater und hat Stücke in Dublin und New York produziert. Sie unterrichtet derzeit kreatives Schreiben an der Rutgers University, New Jersey.
Mein Eindruck
Der Eindruck von Leseproben kann oftmals täuschen. Sofern der erste Eindruck, was den Schreibstil des Buches angeht, nicht zu sehr abschreckt, sollte man manchen Büchern vielleicht einfach eine Chance geben. Denn hätte ich mich auf die Leseprobe von „Zärtlich“ verlassen, hätte ich das Buch nie angepackt.
Die ersten Seiten bestehen aus einer Aneinanderreihung von Beschreibungen der Hauptpersonen, man wird regelrecht hineingeworfen in die Geschichte, Absätze fehlen anfangs völlig, und das hat mich erstmal abgeschreckt.
Am Anfang hatte ich auch Schwierigkeiten, einen Bezug zu der Protagonistin Catherine zu finden. Sie macht es einem nämlich wirklich nicht leicht, sie sympathisch zu finden. Ihre immer wiederkehrende Eifersucht, das unsichere Verhalten, ihr Egoismus und ihr zwanghafter Kontrollzwang sind einfach dazu geschaffen, die Geschichte in eine Katastrophe zu führen.
Dagegen wirkte James wie der ruhende Pol, das sprühende Leben, auch wenn er sich als Homosexueller im Irland der 90er Jahre fremd und deplatziert fühlt.
Hat man erstmal die erste Hürde, den Anfang, hinter sich gebracht liest sich die Geschichte wirklich sehr gut. Der Leser spürt während des Lesens wie etwas brodelt, dass diese Geschichte nicht gut enden wird. Und doch liest man begeistert weiter und wartet auf den Tag, der alles für Catherine und James verändern wird.
Wirklich ein sehr gut geschriebenes Buch über eine verhängnisvolle Liebe. Den Schluss fand ich dann allerdings etwas deplatziert und da hätte ich mir ein besseres Ende gewünscht, aber naja, man kann ja nicht alles haben…
Mein Fazit
Für Liebhaber von tragischen Liebesgeschichten ein Muss. Eindrucksvolles Buch über das Irland der 90er Jahre und die Liebe.
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Habt ihr auch schon mal einen „falschen“ Eindruck von einer Leseprobe bekommen?
Ich wünsche euch einen schönen Tag! 🙂
Eure Melli




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